Am Samstag, den 21. Februar 2026, wurde das Zirkuszelt des Circus Diabolo in Erding zum Schauplatz einer ebenso bewegenden wie außergewöhnlichen Benefizveranstaltung. Schauspielerin und Autorin Jutta Speidel hatte zu einer besonderen Lesung eingeladen – zugunsten des in Not geratenen Familienunternehmens.
Hintergrund des Abends ist ein schwerer Schicksalsschlag: In der Silvesternacht zum 1. Januar 2026 wurde der seit 2010 bestehende, tierlose Familienzirkus Opfer von Vandalismus. Unbekannte sprühten den diffamierenden Schriftzug „TIERQUÄLER“ auf die Plane des 35 Jahre alten historischen Zirkuszeltes. Ein völlig haltloser Vorwurf – denn seit seiner Gründung 2010 besitzt der Zirkus keine Tiere. Die Beschädigung trifft das Unternehmen dennoch ins Mark: Aufgrund des Alters kann die Plane weder repariert noch gereinigt werden, ohne die geltenden Brandschutzbestimmungen zu verletzen. Damit ist die Existenzgrundlage des Zirkus akut bedroht.
Als Jutta Speidel von dem Vorfall erfuhr, erklärte sie sich sofort bereit zu helfen. Mit einer Benefiz-Autorenlesung aus ihrem Buch "Amaryllis" setzte sie ein starkes Zeichen der Solidarität. Der Roman erzählt die Geschichte des jungen Mädchens Vallerie, das davon träumt, Zirkusartistin zu werden – eine Thematik, die kaum passender hätte gewählt sein können für eine Lesung im Zirkuszelt selbst. Die besondere Atmosphäre des Ortes verlieh der Geschichte zusätzliche Authentizität und emotionale Tiefe.
Musikalisch begleitet wurde der Abend von Speidels Tochter, der Sängerin Antonia Feuerstein, die gemeinsam mit dem Pianisten Peter Rodekuhr für eindrucksvolle musikalische Momente sorgte. Ergänzt wurde das Programm durch artistische Darbietungen der Zirkusfamilie Lauenburger, die eindrucksvoll ihr Können präsentierte und damit unterstrich, wofür der Circus Diabolo seit jeher steht: moderne, tierfreie Zirkuskunst mit Herzblut und Leidenschaft.
Die Veranstaltung war in dieser Form einmalig und wurde von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern getragen, die nicht nur signierte Bücher erwarben, sondern den Zirkus auch mit Spenden unterstützten. Besonders bemerkenswert: Sämtliche Mitwirkenden und Helferinnen und Helfer verzichteten auf ihre Gagen und Honorare. So floss der gesamte Erlös des Abends zu 100 Prozent in die Sicherung der Existenz des Circus Diabolo.
Ein Kamerateam des ARD-Magazins „Brisant“ begleitete die Veranstaltung und hielt die bewegenden Momente für eine bundesweite Berichterstattung fest.
Für die fünfköpfige Zirkusfamilie sind die Folgen des Vandalismus bereits deutlich spürbar. Erste Gastspiele nach dem Anschlag mussten mangels Besucher abgesagt werden. Die Zirkusdirektorin Mandy Lauenburger geht davon aus, dass der drastische Besucherrückgang unmittelbar auf die haltlosen Schmierereien zurückzuführen ist. Neben dem erheblichen Sachschaden gefährden die ausbleibenden Einnahmen nun zunehmend das wirtschaftliche Überleben der Familie.
Die Benefizlesung setzte an diesem Abend nicht nur ein kulturelles, sondern auch ein gesellschaftliches Zeichen: gegen Vorverurteilung, gegen Vandalismus – und für Zusammenhalt, Mitgefühl und konkrete Hilfe.
Jutta Speidel
Schauspielerin und Autorin, Lesung aus „Amaryllis“
Antonia Feuerstein
Sängerin
Peter Rodekuhr
Pianistische Begleitung
Enrico, Emilio & Lienne Rosalie Lauenburger
Artistische Darbietungen
Miguel Brumbach
Begleitung am Saxophon
Mandy L.
Kartenverkauf Abendkasse
Liliana B.
Getränkeverkauf
Marion P.
Buchverkauf
Saskia und Petra A.
Einlass
Frank A.
Tontechnische Betreuung
Hugendubel „Die Welt der Bücher“ Filiale Erding
Kartenvorverkauf
B. Fleischmann Kommunikation
PR & Öffentlichkeitsarbeit Presse und TV
Redaktionsteam ARD „Brisant“
TV-Berichterstattung
AFM2000
Bereitstellung Tontechnik
La Shirtz
Gestaltung Spendenbox und Plakat
Frank A.
PR SocialMedia
Redaktionsteam München-TV "München heute"
TV-Vorberichterstattung
Abendzeitung München - Münchner Merkur - HALLO - Frau im Spiegel - Freizeit Revue
Berichterstattung Printmedien